TURNEN
Der TV 1848 wurde dem Zeitgeist folgend von Turnern für Turner gegründet. Ein reiner Turnverein war der „18“ aber nur in den ersten 40 Jahren seines Bestehens. Er wurde bald ein Verein für viele andere Sportarten.
Turnen diente schon wenige Jahre nach Vereinsgründung nicht nur zur reinen „Leibesertüchtigung“, sondern war Teil der Lebensart und des Zeitgeistes. Turnveranstaltungen waren wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens und Turndarbietungen waren bei gesellschaftlichen Anlässen die Attraktion. Die individuelle sportliche Leistung eines Einzelturners war hierbei weniger gefragt. Das spektakuläre gemeinsame Gruppenturnen, das bisweilen an Zirkusakrobatik erinnerte, begeisterte die Zuschauer.
1901 wurde eine erste Damenturnriege gegründet, eine wegen der in der damaligen Zeit noch bestehender Vorurteile gegenüber dem Frauensport höchst umstrittene, aber wegweisende Entscheidung.

Das älteste Bilddokument des Vereins – ca. 1890.
Barrenturner, möglicherweise im „Noever-Saal“,
der in den Anfangsjahren als „Turnhalle“ genutzt wurde.

1905 Schauturnen vor der Kaiser-Friedrich-Halle
Nach dem 1. Weltkrieg stießen die Spielsportarten besonders bei dem jugendlichen Nachwuchs auf ein immer größer werdendes Interesse, was gleichzeitig für die Turner zu einem Verlust an Teilnehmern führte. Turnen als Breitensport verlor an Bedeutung und konnte sich nur schwer gegen die aufkommenden modernen Sportarten behaupten. Nur die Könner unter den Turnern des „18“ wussten zu überzeugen und erzielten auf Wettkämpfen in ganz Deutschland bemerkenswerte Erfolge. Am 2. Mai 1926 fand auf der Platzanlage ein Schauturnen mit 200 Vereinsmitgliedern statt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden alle bisherigen Turn- und Sportvereine aufgelöst, darunter auch die Deutsche Turnerschaft, und gingen in den „NS-Reichsbund für Leibesübungen“ ein. Aus ideologischen Gründen verließen viele junge Mitglieder den Verein, darunter auch viele Turner, andere wechselten den Verein und traten z.B. dem VFL-Borussia Mönchengladbach bei.

Turnriege 1907

Damenriege 1935
Anlässlich der 600-Jahrfeier der Stadt Mönchengladbach richtete unser Verein im April 1950 die ersten Deutschen Kunstturnmeisterschaften nach dem Krieg aus. Deutschlandweit wurde darüber in der Sportpresse, im Rundfunk und der Wochenschau berichtet.
Noch in den 50er und 60er Jahren konnte man den Turnern im Sommer auf der Platzanlage bei ihren Übungen am Hochreck, dem Barren, beim Bodenturnen oder bei Pferd- bzw. Kastenspringen zusehen. Das klassische Geräteturnen wurde bald zum „Nischensport“ und wurde immer weniger wahrgenommen. Die anspruchsvollen Turnübungen erfordern sehr viel Selbstdisziplin und Trainingseifer. Dies stieß bei der Jugend nicht immer auf Gegenliebe. Die Konkurrenz der Spielsportarten war zu groß und der Turnernachwuchs beim Geräteturnen blieb aus, besonders bei den Jungen.
Die turnerischen Aktivitäten verlagerten sich mehr in die Bereiche Bodenturnen, Gymnastik und tänzerischer Gymnastik. Hinzu kamen gemischte Mehrkampfprogramme bestehend aus z.B. Gruppenturnen, Singen, Tanzen, Staffellauf und Schwimmstaffel. Besonders die jungen Turnerinnen des Vereins, die Mädchen- und Kindermannschaften nahmen regelmäßig an Gau-, Landes- und Deutschen Meisterschaften teil und erlangten großartige Ergebnisse.





