Handball

Die Deutsche Turnerschaft empfahl um 1920 den Vereinen ausdrücklich, den Handballsport als „urdeutsches Kampfspiel“ zu fördern. Auch die Handballabteilung des TV 1848 wurde 1921 gegründet.

Zeitgleich wurde die Fußballabteilung wieder aufgelöst. Stattdessen wurde Handball – damals noch Feldhandball- bei den Spielsportlern immer beliebter und es stellten sich bald erste Erfolge ein. Die Herrenmannschaft wurde 1922 Stadtmeister. 1925 stieg sie in die damals höchste Klasse der Deutschen Turnerschaft (Gauklasse) auf und spielte dort ununterbrochen bis 1928.

Der aus Bonn stammende Lehrer Carl Schelenz (1890 – 1956), war maßgeblich an der Verbreitung des Handballsportes in Deutschland beteiligt. Er kam auch zu den Handballern des „18“ und unterrichtete die Mannschaften in Regelkunde und Taktik.

1931 feierten die Handballer das 10-jähriges Bestehen ihrer Abteilung. Wahrscheinlich anlässlich dieser Feier erschien ein „Extrablatt“ der handgeschriebenen Abteilungszeitschrift „Der Handballer“.

Die 1. Handballmannschaft von 1923

Festschrift zum 10jährigen Bestehen der Handballabteilung 1931

Inzwischen gab es neben einer 1. und 2. Herrenmannschaft und einer Jugendmannschaft auch eine Damenmannschaft.

Handball-Damenmannschaft des TV 1848 von 1930-31

Die ersten Nachkriegsjahre

Nach dem 2. Weltkrieg kam das Vereinsleben im ersten Nachkriegsjahr nahezu vollständig zum Erliegen. An Sport war nicht zu denken. Der Verein hatte unmittelbar nach dem Krieg nur noch 75 Mitglieder. Trotz der Not in allen Lebensbereichen gelang es den Handballern, allen voran dem späteren 1. Vorsitzenden Horst Binder, schon Ende 1947 zwei neue Mannschaften zu formieren und wieder mit dem Handballspiel zu beginnen.

Die erste Nachkriegsmannschaft 1947

In der Saison 1954/55 wurde das erste Mal im Handballkreis in der Halle auf Kleinfeld gespielt, allerdings noch im Freien, weil eine Halle mit geeigneten Abmessungen fehlte.

Bereits ein Jahr später wurde in der Saison 1956-57 der Kreismeistertitel im Hallenhandball errungen.

Die 1960er Jahre

In den 60er Jahren nahm die Handballabteilung ihre erste steile Entwicklung in Richtung Spitze, auch, wie oft im Vereinssport, eine Folge der erfolgreichen Jugendarbeit.

Verstärkungen erfolgten durch einige Zugänge von anderen Vereinen.1965 gelang der Aufstieg in die Feldhandball-Verbandsliga. 1966 übernahm der ehemalige ungarische Nationalspieler Bela Karafa das Training. Im gleichen Jahr gelang auch ein Sieg gegen den deutschen Feldhandballmeister TV Oppum.
In dieser Mannschaft spielten mit Rolf Herings und Rolf Köhler zwei überragende Speerwerfer. Herings war zweifacher Deutscher Meister im Speerwurf und Olympiateilnehmer von Tokyo 1964. Rolf Köhler wurde bei der Deutschen Meisterschaft 1964 Zweiter.
1966/67 stieg die Mannschaft in die Hallenhandball-Oberliga auf, die damals höchste Spielklasse. Die Meisterschaftsspiele wurden noch in der Sporthalle im 30 km entfernten Hilfarth ausgetragen, weil in Mönchengladbach eine Halle mit den notwendigen Abmessungen fehlte.

Es wurden Freundschaftsspiele gegen international renommierte Vereine ausgetragen:
1964: Juventud Badalona und Bosna Sarajewo (Univers. Mannschaft und jugosl. Pokalsieger 1963)      1965: GRK Zagreb (jugosl. Meister)

Handball Kreismeister-Mannschaft 1959

1. Handballmannschaft von 1965

Die 1970er Jahre

In den Folgejahren konnten die Erfolge der Handballer durch den Abgang vieler Topspieler nicht gefestigt werden. Die 1. Mannschaft stieg 1969 zunächst in die Verbandsliga und ein Jahr später in die Landesliga ab. Abteilungsleiter Horst Binder wurde 1.Vorsitzender des Gesamtvereins und gab die Abteilungsleitung an Herbert Wilke ab.

Erst einige Jahre später konnten die Handballer wieder an bessere Zeiten anknüpfen. Über die Landesliga in der Saison 1975-76 und die Verbandsliga 1976–77 gelang in der Saison 1978-79 der Aufstieg in die Hallenhandball-Oberliga. Man wollte sich nur noch auf die Halle konzentrieren und zog die Meldung aus der Feldhandball-Oberliga zurück.
Garant für den Erfolg war maßgeblich auch die kontinuierliche und kompetente Arbeit von Dieter Link, der als Trainer über acht Jahre die Mannschaft von der Landesliga in die Oberliga führte. Er war der erfolgreichste Handballtrainer in der Geschichte des TV 1848.

In den folgenden 10 Jahren der Zugehörigkeit zur Oberliga-Niederrhein fanden neben dem regulären Spielbetrieb einige hochkarätige Freundschaftsspiele in der Halle Viersener Straße statt. Zu Gast waren der TV Großwallstadt, zwei Mal der VFL Gummersbach und die Reinickendorfer Füchse.

Die TV Handballer der Saison 1976 / 1977

In der Saison 1984 – 85 erreichte die 1. Mannschaft unter Trainer Norbert Kroker einen dritten Platz in der Oberliga-Niederrhein.

In dieser Zeit wurde auch die Jugendarbeit intensiviert. Alle anderen Handballmannschaften des Vereins, im Senioren- wie im Jugendbereich, konnten in ihren Klassen erste Plätze belegen.
Nach dem Rücktritt von Rolf Fränken übernimmt Wolfgang Falkenberg die Abteilungsleitung, Bernd Wittkopf wird sein Stellvertreter.

Ziel blieb immer der Aufstieg in die Regionalliga. Die finanziellen Mittel aus dem Vereinsetat reichten nicht aus, um eine leistungsstarke Mannschaft aufzubauen, mit der dieses Ziel erreicht werden konnte.

1987 konnte ein Werbevertrag mit der Hannen Brauerei abgeschlossen werden. Ab sofort spielte die Mannschaft mit dem Hannen-Logo auf den Trikots.
1989 gründeten einige handballbegeisterte Vereinsmitglieder einen gemeinnützigen Förderverein für die Handballer, der zusätzliche finanzielle Mittel aus Sponsoring und Werbeeinnahmen generieren sollte. Es konnten neue leistungsstarke und namhafte Spieler für die Mannschaft gewonnen werden, wie z.B. der 80fache Nationalspieler Thomas Springel.

Bereits ein Jahr später gelang 1990 nach zehnjähriger Zugehörigkeit zur Oberliga der ersehnte Aufstieg in die Regionalliga.  Erst im letzten Spiel der Saison wurde Phönix Essen in einem hochdramatischen Verlauf mit nur einem Tor Unterschied 22:21 in eigener Halle auf der Viersener Straße geschlagen.

Die Mannschaft etablierte sich nach einer anfänglichen Eingewöhnungsphase im oberen Drittel der Tabelle. Als neues Ziel hatte man nun sogar den Aufstieg in die 2. Bundesliga vor Augen. Trainer der 1. Mannschaft war das „Eigengewächs“ des Vereins Detlef Maassen.
Auch in der 2. und 3. Mannschaft, sowie in den Jugendmannschaften zahlte sich die konsequente und zielgerichtete Arbeit der letzten Jahre aus. In der Saison 1991/92 waren 14 Mannschaften des TV 1848 gemeldet.

Die Regionalliga-Mannschaft im Jahr 1991

Plakat vom letzten Spiel der Saison 1989/90 gegen Phönix Essen mit den Unterschriften aller Spieler

1995 war für die Handballer ein wegweisendes Jahr. Die finanziellen Mittel aus dem Vereinsetat und des Fördervereins reichten nicht mehr aus, um den Spielbetrieb der 1. Mannschaft in der Regionalliga aufrecht zu erhalten. Die „Professionalisierung“ des Handballs im Verein machte finanzielle Aufwendung nötig, die den übrigen Vereinsmitgliedern nicht mehr zu vermitteln waren und die auch nicht mit dem Selbstverständnis des Vereins in Einklang zu bringen waren.

Deshalb trat der TV 1848 seine Lizenz für die Regionalliga an Borussia Mönchengladbach ab und der gesamte Kader der 1. Mannschaft wechselte 1995 zum finanzstärkeren Nachbarn vom Bökelberg. Die Handballer der Borussia hatten bis dahin in der Bezirksliga gespielt.

Erfolgreicher Neuanfang

Nach dem Vereinswechsel der kompletten 1. Mannschaft zu Borussia Mönchengladbach musste die zweite Garnitur des TV 1848, gerade in die Landesliga aufgestiegen, nun den Part der 1. Mannschaft übernehmen.

Das tat sie mit Bravour, denn sie stieg sensationell im gleichen Jahr in die Verbandsliga auf. Dort beendete sie die erste Saison 1997 mit dem 3.Tabellenplatz. Die neue formierte 2. Mannschaft stieg in die Bezirksliga auf.
Bereits 2 Jahre später gelang der 1. Mannschaft unter Trainer Dieter Pietralla in der Saison 1998 / 1999 der Aufstieg in die Oberliga.

Die Zugehörigkeit zur Oberliga war aber nur von kurzer Dauer. Bereits ein Jahr später folgte wieder der Abstieg in die Verbandsliga. Der Wiederaufstieg gelang allerdings schon 2001 und die die 2. Mannschaft stieg in die Landesliga auf.

1999 Aufstieg in die Oberliga unter Trainer Dieter Pietralla

Nach dem Abstieg gelang 2001 der Wiederaufstieg in die Oberliga

Die 1. Mannschaft erreicht im ersten Jahr nach dem Aufstieg einen guten Mittelplatz. Weil einige Spieler die Mannschaft verlassen haben, müssen neue Kräfte in der laufenden Saison integriert werden. Am Ende der Saison befindet sich die Mannschaft im unteren Mittelfeld.
Auch die 2. Mannschaft hat personelle Verluste hinzunehmen und kämpft in der Landesliga gegen den Abstieg.
Nach der Jahrtausendwende hatte der 18 sich wieder bis in die Oberliga hochgearbeitet, aus der sich der Verein nach zwei Jahren aus finanziellen Gründen zurückzog. Es folgte ein Neuanfang in der Verbandsliga, in der die sehr junge Mannschaft, die größtenteils noch aus A-Jugendlichen bestand, chancenlos abstieg.
Auch in der anschließenden Landesligasaison konnte kein ausreichend schlagkräftiges Team gebildet werden, sodass die 1. Mannschaft im Jahre 2005 bis auf die Kreisebene zurückfiel. Hier spielte der TV 1848 vier Jahre in der Bezirksliga und verpasste den Aufstieg in den letzten beiden Jahren nur knapp.

2009

Der Wiederaufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Landesliga 2009 gelang mit Spielern, die fast ausschließlich aus der eigenen Vereinsjugend stammten.

Trainer der jungen Mannschaft waren Norbert Bayer, zunächst nur in die Jugendarbeit eingebunden, und Jurek Tomasik, der sich als Berater bereit erklärt hatte, das Projekt Wiederaufstieg zu unterstützen. Nach dem Aufstieg übernahm dann Norbert Bayer als Cheftrainer allein die Betreuung der jungen Mannschaft.

Weitere Erfolge der Handballer in der Saison 2009 – 2010

Die 1. Mannschaft belegte am Ende der Landesligasaison den 4. Platz.
Die 3. Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Kreisliga A.
Die A-Jugend (Jungen) wurde souverän Kreismeister.
Die B- und C-Jugend der Mädchen schafften den Sprung in die HVN-Verbandsliga.

2009 Wiederaufstieg in die Landesliga mit ausschließlich aus der eigenen Jugend stammenden Spielern unter Trainer Norbert Bayer und Jurek Tomasik